Stanislas I., König von Polen
geboren 1677
gestorben 1766

Geboren am 20. Oktober 1677 in Lemberg. Gestorben am 23. Februar 1766 in Lunéville. 1698 Heirat in Krakau mit Katharina Opalinska (1680-1747). 1699 Geburt der Tochter Anna (gest. 1717), 1703 Geburt der Tochter MariaMaria (1703–1768) (gest. 1768), der späteren Gattin des französischen Königs Louis XVLudwig XV. (1710–1774) . 1704 dank Unterstützung durch Karl XII. von SchwedenKarl XII. (1682–1718) zum König von Polen gewählt. 1705 Krönung in Warschau. Nach dem russischen Sieg über Karl XII. bei Poltawa 1709 erklärt ein Teil des polnischen Adels den sächsischen Kurfürsten Friedrich August I.August II. (1670–1733) als August II. zum polnischen König. Erstes Exil von Stanislas I. in Schweden, Pfalz-Zweibrücken, Landau und Weissenburg. 1725 Heirat der Tochter Maria Leszczynska mit König Louis XV. von Frankreich. Dieser unterstützt Stanislas I., der nach Chambord übersiedelt, bei der Wiedergewinnung der polnischen Krone. 1733 zweite Wahl zum polnischen König. Danach Entmachtung durch eine österreichische, russische und kursächsische Koalition. Zweites Exil von Stanislas I. in Danzig und Preussen. 1735 erkennt Frankreich den sächsischen Kurfürsten Friedrich August II.August III. (1696–1763) als König August III. von Polen an. Stanislas I. verzichtet auf die polnische Krone. Louis XV. überträgt seinem Schwiegervater als Entschädigung die Herzogtümer Bar und Lothringen. Der Vetrag von Meudon legt jedoch fest, dass diese nach dem Tod von Stanislas I. endgültig an Frankreich fallen sollen. Dank der grosszügigen Subsidien Frankreichs (Umfang ca. 1,5 bis 3 Millionen Livres jährlich) und ohne militärische und politische Verpflichtungen entfaltet Stanislas I., der bis zu seinem Tod Titularkönig von Polen blieb und selbst schriftstellerisch tätig war, in seinen Residenzen Lunéville, Commercy und Nancy umfangreiche kulturelle, künstlerische und wissenschaftliche Aktivitäten. Dazu gehörte insbesondere 1750 die Einrichtung einer Bibliothèque publique, aus der dann 1751 die Societé royale de Nancy erwächst. Der Tod von Stanislas I. im Jahr 1766 beendet dann abrupt diese Blütezeit Lothringens. Mit schon längst vorbereiteten Eingriffen sorgt Louis XV. sofort dafür, dass Lothringen zu einer gewöhnlichen französischen Provinz und Nancy zu einer Provinzstadt wie viele andere herabgestuft wird, so dass sie keine Konkurrenz für Paris, dem alleinige Zentrum der französischen Monarchie, mehr werden konnten.
Externe Links
- GND: (DE-588)118752715
Erwähnt in
- Johann II Bernoulli an Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan. Basel, 07. November 1755
- Daniel I Bernoulli an Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan. Basel, 09. November 1755
- Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan an Johann II Bernoulli. Toul, 14. November 1755
- Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan an Johann II Bernoulli. Ohne Ort, nach dem 23. November 1755
- Claude Marie de Bressey an Daniel I und Johann II Bernoulli. Nancy, 28. November 1755
- Pierre-Joseph de la Pimpie de Solignac an Daniel I und Johann II Bernoulli. Nancy, 20. Dezember 1755
- Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan an Johann II Bernoulli. Commercy, 08. Juli 1759
- Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan an Johann II Bernoulli. Commercy, 01. August 1759
- Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan an Johann II Bernoulli. Lunéville, 24. Januar 1760
- Johann II Bernoulli an Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan. Basel, 03. Februar 1760
- Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan an Johann II Bernoulli. Lunéville, 10. April 1760
- Johann II Bernoulli an Johannes Gessner. Basel, 23. April 1760
- Charles-Marie de La Condamine an Johann II Bernoulli. Ham, 21. September 1760
- Johann II Bernoulli an Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan. Ohne Ort, 20. August 1761
- Louis Élisabeth de La Vergne de Tressan an Johann II Bernoulli. Lunéville, 08. Februar 1764